Traditionsbewahrer 2.0
Madza MX-5 20th Anniversary. Der letzte wahre Roadster am Markt kann auch mit 20 Lenzen am Buckel überzeugen – Experten und Amateure gleichermaßen.
Ja, der MX-5 ist auch noch 20 Jahre nach seiner Premiere eines der unpraktischsten Automobile dieser Welt: Laderaum gleich Null, Beifahrerkomfort deutlich magenwohlfühlfaktorminimierend, technische und optische Spielereien aus dem tristen 20. Jahrhundert, der Verbrauch auch nicht unbedingt der modernste und vor allem eine – für Personen über 1,75 Meter – enge Dose zum Quadrat. Ergo, was bitteschön sollte auch nur irgendjemanden auf diesem blauen Erdball im Universum dazu bewegen, sich für einen MX-5 zu interessieren, ihn gar für einen Kauf in Betracht zu ziehen?
„Nichts“, mögen die Pi mal Daumen 98 Prozent der globalen Autokäufer denken. „Alles“, die restlichen zwei. Denn der MX-5 ist kein Automobil, er ist ein Roadster – noch dazu der letzte Wahre. Klingt Haarspalterisch, ist aber der Wohl wichtigste Grund für den MX-5. Ist doch ein Roadster, in der glorreichen britischen Tradition, kein Automobil – sprich kein Alltagswagerl. Ein Roadster ist auch heute noch ein absoluter Purist – der nur eine Bestimmung kennt. Fahren.
Heckantrieb, niedrigster Schwerpunkt, minimales Kampfgewicht, drehfreudigster Benziner, brillantes Mazda-Fahrwerk und vor allem samuraiklingenscharfe Lenkung – die Zutaten für einen klassischen Roadster erfüllt der MX-5 seit nunmehr zwei Jahrzehnten in Perfektion – ist somit an purer Fahrfreude für den Fahrer nicht zu übertreffen. Ja, es mag den einen oder anderen sportlichen Zweisitzer geben, der eben dieses bisschen mehr an Fahrkomfort, an Alltagstauglichkeit oder an Insassenfreundlichkeit bietet – aber einerseits liegen diese (zumeist bayrischen) Roadsterlösungen nie und nimmer in des Mazdas Preisregionen und andererseits brauchen wahre Roadster-Fetischisten all diesen modernen Firlefanz keine Sekunde.[mk]
