Strukturplan. In Tirol wird an den Qualitätskriterien und der Leistungsangebotsplanung der Krankenhäuser gearbeitet.
Der Fehler im Bezirkskrankenhaus St. Johann, bei dem einer Patientin das falsche Bein amputiert worden war, ist auch ein Anlass, die Struktur an den einzelnen Tiroler Krankenhäusern zu hinterfragen. Ungeachtet der Tatsache, dass jeder rechts und links unterscheiden kann und wie es um die Kommunikation im betroffenen Krankenhaus bestellt ist, drängt sich die Frage auf, „ob das Personal an kleineren Krankenhäusern durch die zunehmende Spezialisierung der Medizin nicht überfordert ist“, gibt ein Innsbrucker Chirurg zu bedenken: „Man muss sich überlegen, ob es überhaupt zulässig ist, dass in St. Johann eine derartige Operation überhaupt durchgeführt werden darf. Bei einer 92-jährigen Patientin müssten vor einer OP Untersuchungen durchgeführt werden, die nur in einer Klinik möglich sind. Außerdem muss man am Abend vor der Amputation unbedingt mit der Frau reden und das Bein genau anschauen. Es ist auch wichtig, dass die Patientin merkt, dass sich der Arzt um sie kümmert. Das kann auf der Strecke bleiben, wenn das Personal allgemein überfordert ist“, fürchtet der Chirurg. Regionaler Strukturplan
Welche Leistungen in welchen Krankenhäusern durchgeführt werden sollen, wurde 2008 und 2009 verstärkt diskutiert, erklärt dazu LR Bernhard Tilg: „Neben der Beachtung der demographischen Entwicklung und der sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die einzelnen medizinischen Fachgebiete wurde in besonderer Weise das Ziel verfolgt, Doppelgleisigkeiten im Leistungsangebot weitgehend zu vermeiden und Schwerpunkte in Form der Schwerpunkt- und Zentralversorgung herauszubilden“, erklärt Tilg. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hätten sich die Bezirkskrankenhäuser immer mehr spezialisiert.
In einem kontinuierlichen Prozess werde es in der Zukunft darum gehen, die ständig in Aktualisierung befindlichen Qualitätskriterien des Österreichischen Strukturplanes Gesundheit unter Berücksichtigung der besonderen Tiroler Rahmenbedingungen in den Tiroler Spitälern zu implementieren. Dabei müssten bestimmte Übergangsfristen für die Implementierung berücksichtigt werden. Mit der Umsetzung wird Tilg auf Bürgermeister der KH-Verbände stoßen, die so viele Leistungen wie möglich in ihren Krankenhäusern behalten möchten. [pia]






